Volker Hovestadt erhält für seine hervorragenden Leistungen den Helmholtz Doktorandenpreis im Forschungsbereich Gesundheit. Mit der Auszeichnung will die Helmholtz-Gemeinschaft einerseits bisher erreichtes anerkennen, und auf der anderen Seite einen Anreiz für eine Karriere in der Wissenschaft bieten.
Volker Hovestadt forschte für seine Doktorarbeit im Deutschen Krebsforschungszentrum bei Peter Lichter. Ein besonderer Erfolg gelang ihm bei der Analyse von epigenetischen Veränderungen des Medulloblastoms, dem häufigsten bösartigen Hirntumor bei Kindern. Im Gegensatz zu den meisten anderen Krebsarten weisen Medulloblastome extrem wenige genetische Veränderungen in wachstumsfördernden Genen auf. Daher war lange nicht klar, warum sie derart aggressiv wachsen. Hovestadt und seine Kollegen entdeckten, dass beim Medulloblastom Krebsgene häufig viel stärker abgelesen werden als in normalen Zellen. Verantwortlich dafür ist unter anderem ein neuartiger epigenetischer Mechanismus, der mit chemischen Markierungen des Erbguts die Genaktivität steuert.
Das Besondere an diesem neuen Regelsystem, das Volker Hovestadt kürzlich in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichte: Als ausschlaggebend für die Genaktivität galt bisher, wie stark die jedem Gen vorgeschaltete „Promotorregion“ mit Methylgruppen besetzt ist. Hovestadts neue Ergebnisse zeigen dagegen, dass auch Methylgruppen innerhalb der Gene selbst große Bedeutung für deren Aktivierung haben. Diese Art der Gensteuerung wurde bisher weder in anderen Tumorarten noch in gesundem Gewebe gefunden, zumindest nicht in derart ausgeprägter Form.
Durch die Analyse der epigenetischen Veränderungen des gesamten Tumorerbguts konnten Hovestadt und seine Kollegen ein umfassendes Bild der genregulatorischen Netzwerke im Medulloblastom zeichnen. Dabei stießen sie auch auf molekulare Angriffspunkte für neue Behandlungsstrategien gegen den gefährlichen Hirntumor.
Obwohl Volker Hovestadt gerade erst seine Promotion abgeschlossen hat, ist er Autor und Koautor von über 30 Fachpublikationen auf dem Gebiet der Krebsgenomanalyse. Seit dem Abschluss seiner Promotion im Dezember 2014 führte er seine Forschung im DKFZ weiter. Ab Februar 2016 wird Volker Hovestadt als Postdoktorand am Broad Institute des MIT und der Harvard Universität und dem Massachusetts General Hospital in den USA forschen.
Die Helmholtz-Gemeinschaft verleiht jährlich in jedem ihrer sechs Forschungsbereiche einen Preis in Höhe von 5000 Euro. Darüber hinaus stehen jedem Preisträger 12.000 Euro für einen sechsmonatigen Forschungsaufenthalt im Ausland zu Verfügung. Der Präsident der Helmholtz Gemeinschaft, Otmar D. Wiestler, überreicht die Auszeichnungen beim Helmholtz-Jahresempfang am 27. Januar in Berlin.
Ein Bild von Volker Hovestadt steht zur Verfügung unter:
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